VANNOMADEN: Slowenien – die unentdeckte Perle Europas

Willkommen in Slowenien, dem einzigen Land der Welt, dessen Name in der Landessprache das Wort Liebe enthält!

Das im Herzen Europas gelegene Slowenien ist ein Land zwischen Alpen und Mittelmeer, dem geheimnisvollen Karst mit mehr als 11 000 Karsthöhlen und der Pannonischen Tiefebene, das einen großen Reichtum an gesunden Wasserquellen sein Eigen nennen kann.

Wir waren eigentlich auf der Suche nach einem Land, das sich für Outdoor Aktivitäten anbietet, inbesondere Canyoning. Bei der Recherche sind wir auf das Soça Tal gestoßen und waren schon von den Bildern verzaubert. Ein Fluß, der sich wie ein smaragdgrünes Band durch die sattgrünen Wälder schlängelt, umsäumt von Bergen. Wow!

Bei der Ressourcenverteilung wirkt es, als hätte Slowenien wirklich von allem etwas abgekriegt: Meer, Berge, Wälder, Seen und Wildwasserflüße mit Trinkwasserqualität.

Trotzdem wird es oft nur zum Durchfahren auf dem Weg nach Kroatien missbraucht. Auch wir hatten nicht auf dem Radar, dass es von München nach Slowenien noch nicht mal 4 Stunden sind!

Ein paar Reisebasics:
  • Slowenien gehört zur EU, wir müssen also kein Geld wechseln
  • Feel Europe: auf dem Weg nach Slowenien zählen wir an einem Tag ganze 4 Länder: Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien.
  • Auch die Gasflaschen werden wie in Deutschland gehandhabt (wir hatten uns allerdings schon vorher eingedeckt)
  • aufgepasst beim Vignettenkauf: es gibt zwei verschiedene Klassen: wir können mit unserem als Wohnmobil-geltenden Pössl die günstigere Variante kaufen (30 EUR pro Monat) und fahren damit sogar billiger als ein Transporter.
  • Achtung Mücken! Besser einen guten Mückenschutz dabeihaben, in Flußgebieten sind die Insekten sehr hungrig!

Unsere erste Tour führt uns durch den Triglasvski Nationalpark über Kopfstein gepflasterte Serpentinenstraßen zu dem höchsten Punkt des Landes, dem Berg Triglav (2864 Meter) – von den Julischen Alpen bieten sich herrliche Wanderungen an, fast überall hat man einen spektakulären Blick ins Tal. Der Naturpark bietet eine Artenvielfalt ohne Ende und wenn man Glück hat, dann erhascht man einen Blick auf einen der Steinböcke, Rothirschen oder gar einen Braunbär, Wolf oder Luchs. Die Luft wird vom Steinadler beherrscht. Hier oben gibt es gar ein Fabelwesen: der Zlatorog, ein weißer Gamsbock mit goldenen Hörnern findet hier der Sage nach seinen Ursprung – wer will, kann also auf große Entdeckungsreise gehen.

Ab ins Abenteuerland!

Als wir uns den Berg wieder herunterschlängeln (und Bjørn hält ausgezeichnet durch) bekommen wir vermehrt Besuch mit „Hörnern“. Vor uns, hinter uns, neben uns, überall sind Kombis und Kastenwägen mit Kayaks auf den Dachträgern. Wir folgen dem Strom und gelangen ins Soça Tal, das dem gleichnamigen Fluß benannt ist, dessen Wasser so türkis ist, dass man seinen Augen nicht traut. Sogar helle Sandstrände und zarte lindgrüne Pflanzen ranken sich an den Ufern – ist das hier die Karibik oder Slowenien?

Das Soça Tal ist ein Mekka für alle Outdoorfexe und ein regelrechtes Abenteuer Tal: es gibt Mountainbike Trails, Kajakschulen, Canyoning, Rafting – alles, was das Herz begehrt!

Wir finden einen grünen Campingplatz direkt am Fluß, den wir dank Nebensaison, mit nur wenigen Campern teilen. Jetzt kommen wir runter: tagsüber gehen wir wandern, abends machen wir Stockbrot über dem Schwedenfeuer. Unsere Kulisse: Sternenhimmel und spektakuläre Natur.

Für Nachfahrer, lieg lag der Platz, den wir gerne weiterempfehlen:

GPS: 46.33487, 13.64395

Saubere und kostenlose sanitäre Anlagen, morgens von der Familie selbstgemachte, warme Backwaren im Lädele, Feuertöpfe und brilliante Lage. Nur der nächste Supermarkt ist 2 km und eine nette kleine Wanderung entfernt.

Metropolenflair

Über Ostern treibt es uns nach Ljubljana. Eine Stadt, der einen Drachen als Wahrzeichen hat, den wollen wir schließlich sehen.

Seinem Ruf als günstiges Land wird Slowenien hier gerecht, wir parken kostenfrei mit Wasser und Strom nur eine kleine Busfahrt außerhalb der Stadt (GPS: 46.0363 , 14.4621).

Die 300.000-Einwohner-Stadt fühlt sich groß genug an, um alles zu bieten, was es in einer Metropole geben muss, und klein genug, um die Individualität ihrer Bürger zu wahren – eine Stadt mit Seele, wir fühlen uns sofort wohl.

Optisch eine Mischung aus Wien, Venedig oder Prag – von jedem nur das Beste.

Man flaniert über verzierte Brücken über den Presernov-Platz im Zentrum, umrahmt von Jugendstilhäusern und einer nach italienischem Vorbild erbauten Franziskanerkirche.

Der Architekt Joze Plecnik entwarf zwei Fußgängerbrücken, die sich wie ein eleganter Fächer über den Fluss spannen und den Besucher förmlich in die Altstadt auf der anderen Seite der Ljubljanica saugen. Dort wird man sofort von der Atmosphäre des Stadtmarktes eingefangen. Rings um die lang gestreckten, von Kolonnaden geschmückten Hallen am Flussufer werden alle erdenklichen einheimischen Spezialitäten angeboten.

Wer wie wir eine Stadt gerne von oben entdeckt, ist herzlich eingeladen durch einen kleinen Park zur Burg „Gard“ aufzusteigen, von oben wird man mit einem Blick über das bunte Häusermeer bis hin zu den Julischen Alpen belohnt.

Für Kaffeepausen, einen slowenischen Wein, Unterschlupf während eines bösen Aprilwetters oder einen leckeren Snack in toller Atmosphäre empfehlen wir das TOZD. Eine Bar, die nicht nur schönes Interior, sondern auch einen tollen Hintergrundgedanken hat: Freunde, die sich seit 20 Jahren kennen, wollten sich ein eigenes Wohnzimmer schaffen, um ihre Connection zu verewigen. Jeder hat in Form von persönlichen Gegenständen oder besonderen Details hier seine Handschrift hinterlassen. Und es gibt lokales, selbstgemachtes Essen und fair trade Kaffee.

Für Freude der Spraydosen, Acrylfarben, Objektkunst und lokalen Bands gibt es hier ein Paradies.  Wir geben uns die volle Dröhung Streetart im Metelkova. Der ehemalige Kasernenkomplex ist nach der Besetzung von Künstlern, Musikern, Galeristen und Sozialarbeitern zu einem autonomen Kulturzentrum gewachsen. Falls wir nicht mit dem Pössl vor Ort wären, würden wir im angrenzenden Hostel absteigen, das die Räumlichkeiten eines alten Gefängnisses zu einem trendigen Interior-Konzept umgebaut hat.

Was uns aber selbst zwischen all den bunt besprayten Wänden nicht loslässt sind die Gedanken an den smaragdgrünen Fluß.

Kayakfahren im April? Challenge accepted.

Nach dem Touristenstrom über Ostern wird es wieder leerer und wir kehren zurück ins Soça Tal, nach Bovek, wo wir mit einer liebenswerten deutschen Kajakschule einen Kurs belegen. Obwohl wir zeittechnisch ein bisschen ungelegen kommen, kriegen wir den Kurs maßgeschneidert und starten das Abenteuer.

Eingehüllt in Skiunterwäsche, Neoprenanzug, Schwimmweste und Spritzdecke mit Helm aufm Kopf steigen wir in unser neues Fortbewegungsmittel, in der Hoffnung ohne Tauchgang auszukommen.

Von dem Kurs könnten wir jetzt lang erzählen, von unseren Wildwassererfahrungen, der Panoramastrecke mit Postkartenblick auf den Triglav oder missglücklichen Seilfähren.

Schaut euch die Bilder an und macht am besten auch einen Kurs, wir erleben in der Kajakschule Menschen jeden Alters. Man muss nicht mal was zu trinken einpacken, bei spontanem Durst, einfach die Hand ins Wasser halten und Trinkwasserqualität genießen.

(www.soca-kajakschule.de/)

SLOVEnia! Trägt die Liebe im Namen und bei uns im Herzen!

Und nachdem wir jetzt mit Kajakfahren angefixt sind, kommen wir definitv wieder!

Nasvidenje! Auf Wiedersehen!