Die VANNOMADEN: Arbeiten im Bjørn. Ein Büro auf 4 Rädern.

Als wir 4 Wände gegen 4 Räder tauschten, Schreibtisch gegen Camper und Straßenlärm gegen Natur, verabschiedeten wir uns vom allbekannten Arbeitsalltag. Seit Juli 2016 sind wir nun kein Angestellten mehr, keine Stuttgarter mehr, wir leben nomadisch.
Für uns gilt ab jetzt: Home is where you park it.

Schwäbisch sind nur noch die Maultaschen, die in der Pfanne landen und Paul, der für unsere Finanzen zuständig ist.

Nachdem wir meistens für unseren augenscheinlichen Dauerurlaub erstmal getadelt werden, trudeln dann aber schnell die ersten interessierten Fragen ein: „Ach, ihr arbeitet in dem Ding?“ oder „Und mit was verdient ihr euer Geld?

Ach, ihr arbeitet in dem Ding?“ oder „Und mit was verdient ihr euer Geld?“

Und da wir uns über Fragen mehr freuen als über Tadeln, wollen wir euch gerne mal erzählen, was wir machen, wenn der Rest von Deutschland in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit ist.

Paul und ich haben uns selbstständig gemacht. Wir haben eine Werbeagentur auf Rädern gegründet, unser „Bureau Creative“. Ein Büro, in dem Kreatives entsteht. Für diese Arbeit brauchen wir ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Köpfe voller Kreativität, Leidenschaft und Ideen, und natürlich ein bisschen Technik, vornehmlich Laptops und Internet.

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Um den Betrieb dieser Dinge zu garantieren und stressfreie, niveauvolle Arbeit zu ermöglichen, müssen wir vor allem drei Dinge sicherstellen: Internet, Strom und Inspiration.

Internet als Schnittstelle zur Welt – und nicht einmal DAS Problem

Für Ersteres haben wir jeder einen Handyvertrag mit maximalsten Datenvolumen (zum Vertragsschluss damals 10 GB) abgeschlossen und rechnen jetzt mit 330 MB pro Kopf am Tag. Kein unnötiges Youtube Glotzen mehr, kein zielloses Surfen, kein Binge-watching. Und das spart nicht nur Datenvolumen, sondern auch erheblich viel Zeit, die in Projekte investiert werden kann.

Der Internetzugang ist dabei wirklich einfach: Hotspot am iPhone an und ab ins World Wide Web! Zum Glück gibt’s auch fast überall in Europa LTE. Mit ein bisschen Suche findet man immer guten Empfang. Internet ist also gesichert. Was passiert aber, wenn wir die Laptops und Zeichentablets laden müssen? Wenn wir am Landstrom hängen, dann ist das „wie früher“, denn 230 V-Steckdosen sind überall im Pössl verbaut. Plug in and play!

Natürlich haben wir uns aber auch für das „Vannomadentum“ entschieden, weil wir auch mitten in der Natur und ohne Nachbarn campieren wollen. Hier sind wir dann auf unsere eigenen Ressourcen angewiesen.

In unserem Bjørn sind ganze 3 Batterien verbaut (exklusive der Fahrerbatterie), deren Saft wir mit einem Sinus-Spannungswandler über die 12V-Buchse anzapfen können.

Nach einer langen Fahrt können wir etliche Male unsere Laptops laden und theoretisch noch einen Swimming Pool elektrisch aufpumpen lassen.

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Selbst wenn wir mehrere Tage wild stehen, haben wir auch etwas in der Tasche. Oder vielmehr im Kofferraum: unseren Solarkoffer von SolarXXL, der sich perfekt nach der Sonne ausrichten lässt. Und jetzt kommt unser zweiter Kniff: der befüttert direkt eine von uns nachgerüstete Lithium-Ionen-Batterie von der BOS AG, die gleichzeitig auch als intelligenter Laderegler dient und die Ladung geschickt verteilt und so auch frühzeitig Aussterben der Bleibatterien verzögert.

Mit seinem Ingenieurbackground ist dafür meistens Paul zuständig, während ich an dem ausgezogenen Esstisch genügend Platz habe, mich der kreativen Denkarbeit hinzugeben und Laptop, Zeichentablett, Skizzenbuch und Kaffeetasse zu verteilen.

Zu zweit haben wir ein Arrangement gefunden, mit einem 15“ und 11“ Zoll Laptop arbeiten zu können, ohne uns in die Quere zu kommen.

Nehmen wir jetzt aber an, wir sind seit ein paar Tage stationär am Gletscher, es ist klirrend kalter Winter, und die Sonne lässt sich nicht blicken. Der letzte Strohhalm sind jetzt noch unsere mobilen Akkus und ein Rechner, den man per USB laden kann. Und wenn dann irgendwann das Strom Lämpchen leuchtet, dann sind wir auch am Ende unserer Ressourcen. Jetzt wird aufgeladen.

Die Priorität: Freiheit im Kopf für erfolgreiches Arbeiten, für erfolgreiches Leben

Und zwar die Köpfe. Ab in die Natur. Denn dafür leben wir ja diesen Lifestyle, um Inspiration in schneeweißen Bergen, grünen Wiesen, glasklaren Seen und pulsierenden Städten zu sammeln.

Bjørn ist in Sachen aufladen auch pflegeleicht, eine Spitztour und schon sind wieder die nächsten Recharge-Runden gesichert.

Das Schöne an dem Leben im Van ist auch oft die bewusste Entscheidung für das Analoge. So arbeiten wir mit einer Kreidetafel über dem Kühlschrank, um To Dos zu notieren, einem Skizzenbuch, um schnelle Ideen festzuhalten und einer ausgewählten Sammlung Bücher und Fachzeitschriften, die manchmal zielführender als gängige Online-Inspirationsquellen wie pinterest, dribble oder Blogs sind.

Lange Wanderungen in der Natur lassen in unseren Köpfen neue Farben und Muster entstehen, das Brechen der Wellen am Ufer beflügelt den Geist. Wer seinen Körper vormittags auf dem  Snowboard gespürt hat, kann sich nachmittags besser der geistigen Arbeit hingeben.

Und für die haben wir nicht nur in unseren Köpfen, sondern auch in unserem Reisemobil ganz viel Platz eingeräumt. Zum Beispiel ist unter der Sitzbank haben eine Box mit Farben, Pinseln, Spraydosen oder Markern verstaut, die gerne für die ersten kreativen Orientierungsphasen verwendet werden.

Was uns sonst noch beim Arbeiten im Reisemobil hilft? „Roady“, „Lonely boy“ und „Sally’s Dance“. Natürlich die Musik! Das Autoradio wird per USB ständig mit neuer Musik von uns befüttert und läuft auch im Stand stromarm in Dauerschleife.

Kaum zu glauben, aber selbst auf 12 qm haben wir zwei Bereiche und wenn ich mal den kompletten Tisch mit Stiften, Papieren, gesammelten Muscheln, dem Laptop und Zeichentablet eingenommen hat, dann loungiert Paul manchmal hinten im Bett und führt seine Telefonate bequem per Kopfhörer oder Laptop. Raumwunder Pössl. Bei schönen Wetter weichen wir auch sehr gerne in die Natur aus. Manchmal sind wir von uns selber überrascht, wie problemlos wir jeden Tag in unserem Kastenwagen leben, wohnen und arbeiten. Deswegen waren wir jetzt in über 200 Tagen als Vannomaden und 100 verschiedenen Orten nur etwa 5 Mal in Internetcaés arbeiten.

Wir mögen’s einfach zu Hause.

Wir sind ständig auf Achse. Das macht es uns leicht, zu den Projekten und Kunden zu fahren und sich gegenseitig zu beschnuppern oder vor Ort zu präsentieren. Viele finden genau den nomadischen Ansatz bei uns toll und wollen deswegen mit uns zusammen arbeiten. Für uns ein genialer Bonus, der uns beweist, dass unsere Geschäftsidee funktioniert.

Jetzt haben wir nur noch mit einem Luxusproblem zu kämpfen. Ständig in seinem Büro zu sitzen, bedeutet natürlich auch ständig von Arbeit umgeben zu sein. Das kann in einer 7-Tage-Woche enden, vor der wir uns selber schützen (müssen).

Wie garantieren wir also trotz unseres freien Konzeptes genügend Work-Life Balance zu haben?

Auch mal „Nein“ sagen. Das ist manchmal wirklich schwer, aber eine unheimlich wichtige Lektion der Selbstständigkeit. Schließlich hat uns ein „Nein“ zum alten Leben mit Abenteuerkurs genau auf diesen so spannenden Weg geführt.

Wer noch mehr Fragen stellen will, darf dies gerne hier tun: www.vannomaden.de

Eure Katharina und Paul (und Bjørn)


Treffen Sie unsere VANNOMADEN auf unseren exklusiven Events:

„Unter den Bäumchen“ auf unserem Stand auf der CMT (Halle 5) am Dienstag, den 17.01.17 um 14:00.

und

„Home is where you park it. Das mobile Leben, Arbeiten & Reisen der VANNOMADEN. „, im Urlaubskino der CMT, 21.01.2017, 12:30 – 14:30 Uhr  /  ICS, Raum C4.1